Vikarin Sylvia Nölke: Neue Blickwinkel durch Praktikum im FIZ

Seit Mitte Juli sammelt die junge Vikarin Sylvia Nölke praktische Erfahrungen im Fraueninformationszentrum FIZ. Für insgesamt acht Wochen wurde sie von ihrer evangelischen Kirchengemeinde für das Praktikum freigestellt, um einen Einblick in die Arbeit einer sozialen Einrichtung zu bekommen und die dort betreuten Menschen, ihre Lebenssituation und Bedürfnisse in direktem Kontakt kennenzulernen.
Sylvia Nölke, Praktikantin im FIZ

Sylvia Nölke, Praktikantin im FIZ

Vikarin Sylvia Nölke:   Neue Blickwinkel durch Praktikum im FIZ

 

Seit Mitte Juli sammelt die junge Vikarin Sylvia Nölke praktische Erfahrungen im Fraueninformationszentrum FIZ. Für insgesamt acht Wochen wurde sie von ihrer evangelischen Kirchengemeinde für das Praktikum freigestellt, um einen Einblick in die Arbeit einer sozialen Einrichtung zu bekommen und die dort betreuten Menschen, ihre Lebenssituation und Bedürfnisse in direktem Kontakt kennenzulernen.

Es ist schade, dass die Zeit im FIZ schon bald zu Ende geht. Jetzt habe ich mich gerade etwas eingearbeitet.

Wie kam es, dass du dich gerade für das FIZ als Praktikumsort entschieden hast?

Ich hatte bereits nach meinem Studium  Kontakt zu einer Stuttgarter Einrichtung, die sich mit dem Thema Prostitution beschäftigt. Da lag es für mich nahe, dieses Thema zu vertiefen. Und über die Aktivitäten des FIZ habe ich über das Internet erfahren. Mir gefiel die Vielseitigkeit der FIZ-Arbeit und ich wurde neugierig, wie und mit welchen Methoden die Mitarbeiterinnen die sehr sensiblen Fragen und Probleme der Frauen in der Beratung aufgreifen.

Welche Eindrücke waren für dich bisher besonders wichtig?

Ich war wirklich sehr überrascht, wie viel in der Beratungsstelle los ist. Es kommen viele neue Anfragen und es finden ständig Beratungs- und Krisengespräche statt. Während des Lock-Downs nur telefonisch, aber inzwischen auch wieder in Präsensform.  

Und wie sieht dein Arbeitstag im FIZ aus?
Ich habe an verschiedenen Beratungsgesprächen teilgenommen, habe Frauen zur Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mitbegleitet und darf in den nächsten Tagen sogar an einer Verhandlung beim Verwaltungsgericht teilnehmen. Natürlich geht es auch um Hilfe beim Ausfüllen von Formularen und um Unterstützung bei Behördenbriefen.

Was wirst du aus deiner Praktikumszeit mitnehmen, gibt es etwas, von dem du denkst, dass es dir auch in Zukunft bei deiner Arbeit weiterhelfen wird?

Auf jeden Fall. Ich habe einiges an Wissen erworben, das mir auch in der Arbeit in einer Kirchengemeinde nützlich sein kann, zum Beispiel habe ich viel über die Netzwerke der Beratungsstellen und Organisationen erfahren, die es im Bereich Menschenhandel und Zwangsprostitution gibt. Aber vor allem habe ich einen neuen Blickwinkel auf die Lebenssituation, die Sorgen und Ängste von geflüchteten und von sexuell ausgebeuteten Frauen bekommen. Es ist etwas völlig anderes, ob man eine Geschichte in der Zeitung liest oder ob dir eine Frau gegenüber sitzt und sie dir ihre ganz persönlichen Erlebnisse schildert. Diese Eindrücke bleiben und werden mir auch künftig helfen, Menschen, die sich in einer vergleichbaren Situation befinden, besser zu verstehen.     

Liebe Sylvia Nölke, vielen Dank für das Gespräch!